Dornröschen aus'm Wedding

Dornröschen aus'm Wedding

Hurenlieder und -Gespräche gesungen und gelesen

Mit der Industrialisierung bildete sich in Berlin um 1900 nicht nur das Proletariat heraus, das in Hinterhöfen und Souterrains dahinvegetierte, sondern auch eine der Großstadt entsprechende Vergnügungssucht, wo Adel und aufstrebendes Bürgertum „die Puppen tanzen” lassen konnten. Am Gesundbrunnen gab es nicht nur Kur- und Stadtbad, sondern auch ein Vergnügungsviertel, das wohl Pariser Verruchtheit ins preußische Berlin bringen sollte. Das Theaterstück „Hurengespräche” von Heinrich Zille ist ein sprachliches Zeitbild Drastisch lässt er die Huren erzählen, wie sie überhaupt dazu gekommen sind, „mit's Jewerbe” Geld verdienen zu müssen. Vom Vater, Bruder oder Freund missbraucht, verraten und verkauft – hören sich heute Geschichten von Frauen aus Russland, Thailand und anderen, so genannten Drittländern, nicht viel anders an. Hurenlieder von Brecht, Wedeking, Kästner, Klabund, Heine und Jacques Deval erzählen dazu von der ungeheuren Kraft dieser Frauen, ihr Leben auszuhalten und manchmal, mit Humor und Lebensmut, auch Sinn zu geben.

> Kontakt für weitere Informationen
> Fenster schließen
> Inhalt drucken